WASSERSTOFFTECHNOLOGIE AM FALBK



Im November fand am Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg in Duisburg die alljährliche sogenannte
„Prima-Klima-Woche“ statt. Dieses Jahr konnte ein in der Schweiz renommierter Gastreferent für einen Vortrag zu
einem hochaktuellen Thema gewonnen werden: Dr. Ing. Hans Michael Kellner, Geschäftsführer der Messer
Schweiz AG, ein Unternehmen der weltweit agierenden Messer Gruppe, referierte über Wasserstofftechnologien
für die Zukunft.

Dr. Kellner schilderte zu Beginn die energiebezogene Ausgangslage und setzte den Kohlenstoffdioxidausstoß in
Deutschland in einen internationalen Kontext. In unserem Land sind neben der Stromproduktion auch der
Wärmebedarf und der Verkehr für den Ausstoß des klimaschädlichen Gases verantwortlich. In Bezug darauf ist
jedes Land unterschiedlich aufgestellt. Der Einfluss Deutschlands ist zwar bedeutend, aber nicht ausschlaggebend.
Dr. Kellner erklärte: „Selbst wenn wir die Emissionen auf Null reduzieren, stoppen wir die Entwicklung nicht.“
Der Messer Schweiz CEO geht auch nicht von weltfremden Illusionen aus und merkte an, dass es keinen
freiwilligen Wohlstandsverzicht geben werde. Deshalb vertrete er technische Lösungsansätze.

Ein Universalhilfsmittel dabei ist der Einsatz von Wasserstoff. Laut Dr. Kellner werden in Deutschland zehn
bis 15 Prozent der mit sauberer Wasserkraft produzierten Elektrizität nicht benötigt. Diese Energie könnte
man für die Produktion von Wasserstoff verwenden. Dieser Wasserstoff wirkt dann wie ein Wasserpump-
speicherwerk. Auch der Wasserstoff müsste allerdings irgendwo gespeichert werden. Für dieses Problem
hat Dr. Kellner innovative Ideen: Der Wasserstoff könnte wegen der höheren Dichte in der Erdgaspipeline
gelagert werden. Im Vortragsraum ließ Dr. Kellner ein Gefäß mit Metallflocken zirkulieren. Das Material,
das stromlos Wasserstoff verdichten kann.

Wasserstoffgetriebene Autos haben gegenüber den Elektroautos den Vorteil der größeren Reichweite.
Zudem benötigen die Gastanks weniger seltene Erden und Metalle als die größeren Batterien. Als
Idealvorstellung formulierte der Gasmanager, dass jeder Haushalt seine eigene Wasserstofftankstelle
betreiben könnte. Das wäre heute schon technisch möglich. Mit Solarstrom, dessen Potenzial bei Weitem
noch nicht ausgeschöpft ist, wird das Gas für das eigene Auto produziert. Wasserstoff kann auch zum
Heizen und zur Stromproduktion im Winter genutzt werden und Überschüsse können Dritten angeboten
werden. Ein Haus ist damit vollkommen autark und ein Infrastrukturnetz zügig aufgebaut. Eine solche
Anlage, für die man aktuell mit einem Preis von etwa 100.000 Franken (umgerechnet 101.594 Euro)
rechnen muss, wird gerade in Lenzburg in Betrieb genommen. Dr. Kellners Vision wird heute schon
Schritt für Schritt umgesetzt.

Dr. Mahbobeh Kellner, Julia Doppelfeld














 


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