Niemals geht man so ganz


35 Jahre, 4 Monate und 28 Tage – bei einem Mathematiklehrer muss man es schon so genau ausdrücken. So lange war Studiendirektor Rüdiger Steinkamp nämlich als solcher am Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg tätig. Und das, obwohl er ursprünglich gar nicht vorhatte, Lehrer zu werden.
Nun wurde Herr Steinkamp im Kreise seines Kollegiums in den wohlverdienten Ruhestand versetzt. In Form eines Interviews zeichneten Schulleiter Egbert Meiritz und Herr Steinkamp zunächst dessen schulische Laufbahn ab – von den Anfängen in den Bereichen Maler-Lackierer und Schmelzschweißer über den Mathematikunterricht in den Klassen, die zur Fachhochschulreife führen, über seine Tätigkeiten als Verbindungslehrer, Bereichsleiter des Bereichs Augenoptik, Betreuer des Ungarn-Austauschs bis hin zu seiner Stellung als stellvertretender Schulleiter. Sein „mathematischer Blick“ half ihm auch bei der Stundenplanung und als langjähriger Geschäftsführer des Fördervereins. Herr Meiritz entlockte seinem scheidenden Stellvertreter schöne Anekdoten aus drei Jahrzehnten im Lehrberuf. Auch Tipps für die jüngeren Mitglieder des Kollegiums gab Herr Steinkamp freimütig: Man brauche als Lehrer vor allem pädagogisches Geschick, einen Sinn für Gerechtigkeit, Geduld und Ausdauer; mit diesen Attributen ließen sich 35 Jahre in diesem Beruf ganz gut überstehen.
Wie sehr das Kollegium Rüdiger Steinkamp schätzt, wurde deutlich, nachdem Bereichsleiterin Rita Schnettler-Fürup preisgab, dass der stellvertretende Schulleiter immer eine Rolle Doppelkekse im Schrank deponiert hatte – als Stärkung für zwischendurch. Nun reihte sich nämlich das komplette Kollegium auf, um sich vom Studiendirektor persönlich zu verabschieden. Alle Kolleginnen und Kollegen übergaben ihm dabei eine liebevoll gestaltete Doppelkeksrolle.
Obwohl er schon mächtig gerührt war, gelang es Herrn Steinkamp noch, ein paar dankende Worte an alle zu richten. Er betonte mehrfach, wie gerne er am FAL-BK gearbeitet habe, denn man könne sich auf das Kollegium und alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter absolut verlassen. Das sei auch etwas, was ihm immer wieder von neuen Kolleginnen und Kollegen gespiegelt würde. Daher war er sich auch sehr sicher, dass Marcus Hoffmann, sein Nachfolger, an seinen neuen Aufgaben viel Freude haben werde. Er übergab den symbolischen Staffelstab an Herrn Hoffmann mit den Worten: „Cobra, übernehmen Sie!“ und fragte, ob der Kollege denn wisse, wie die Serie im Original geheißen habe: „Mission Impossible!“, löste er mit einem Augenzwinkern auf.
Als man ihn zum Abschluss mit Standing Ovations bedachte, war seine Rührung dann nicht mehr zu übersehen. So ganz geht Herr Steinkamp allerdings noch nicht – über den sogenannten „Opa-Erlass“ wird er noch ein wenig als Vertretungslehrer weiterarbeiten. Es könnte ihm ja sonst langweilig werden!
Julia Doppelfeld


 


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