Hörakustiker und Geflüchtete lernen voneinander

Das Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg ist eine Schule mit sehr heterogener Schülerschaft. Diese Tatsache ist im schulischen Alltag oft schwierig, aber auch sehr spannend und bereichernd. Damit Schüler*innen aus unterschiedlichen Bildungsgängen einander kennenlernen, kommt es immer wieder zu Projekten zwischen verschiedenen Klassen. Sinnvoll sind beispielsweise Projekte zwischen vollzeitschulischen Bildungsgängen und Klassen im dualen System. So können Schüler*innen, die noch dabei sind, einen Schulabschluss zu erwerben, in Ausbildungsberufe hineinschnuppern.
Auch aus diesem Grunde trafen nun Anfang Juli zwei internationale Förderklassen (IF71 und IF72) auf die Unterstufe der Hörakustiker (HA71). Unter Anleitung von Frau Looschen und Herrn Dietl, Fachlehrer*innen im Bereich Hörakustik, berichteten die Auszubildenden den Schüler*innen der IF-Klassen ausführlich von ihrem Berufsbild. Sie erklärten, wie das Hören überhaupt funktioniert und wie man unterschiedliche Hörstörungen durch Messungen erkennen kann. In den modernen schuleigenen Hörakustikkabinen des Berufskollegs führten sie individuelle Hörtests durch und hatten so die Möglichkeit, ihr im Fachunterricht erworbenes Wissen direkt anzuwenden.
Die Schüler*innen aus den internationalen Förderklassen sind geflüchtet aus Äthiopien, Somalia, Guinea, Syrien, Afghanistan, Marokko, Bulgarien, Rumänien, dem Iran und Irak. Sie sind erst kurze Zeit in Deutschland und lernen bei den Lehrerinnen Frau Vieten und Frau Schlüter noch unsere Sprache, bevor sie in die Klassen der Berufsfachschule wechseln und dort ihren Hauptschulabschluss und den mittleren Schulabschluss machen können.

Durch den Kontakt zu den Auszubildenden der Hörakustik bekamen sie nicht nur einen kostenlosen Hörtest und konnten ihre kommunikativen Kompetenzen erweitern. Überdies erhielten sie Einblick in einen attraktiven Ausbildungsberuf, der in NRW nur am FAL-Berufskolleg und in Recklinghausen angeboten wird. Da die Eingangsvoraussetzungen für den Beruf von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich sind, besteht auch die Möglichkeit, mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Schulabschluss einen Ausbildungsplatz zu bekommen.
Projekte wie dieses sind für alle Beteiligten eine große Bereicherung – sowohl auf fachlicher als auch auf kultureller Ebene.

Julia Doppelfeld


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